Anforderungs- und Qualifikationsrahmen

09/2013 - Am 17.09.2013 stellten die beiden Professorinnen Knigge-Demal (Fachhochschule Bielefeld) und Hundenborn (Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung-dip) den oben genannten Anforderungs- und Qualifikationsrahmen einem ausgewähltem Fachpublikum vor. Die Erstellung des Qualifikationsrahmens wurde über mehrere Jahre vom BMFSFJ gefördert. Als "Nebenprodukt" der Erprobung und Revision des Qualifikationsrahmens wurden im Projekt Leitfäden für Personalentwicklungsgespräche (Einzelgespräche und Teamgespräche) erarbeitet. Die beteiligten Einrichtungen, die diese Instrumente bereits angewandt hatten, beschrieben ihre Erfahrungen als positiv. Die Leitfäden finden Sie hier.
Der nun vorliegenden Anforderungs- und Qualifikationsrahmen - und das wurde auf der Abschlussveranstaltung am 17.09.2013 auch von Seiten des Ministeriums betont - ist kein Instrument um, wie von vielen erhofft, die bestehende Fachkraftquote außer Kraft zu setzen. Dafür bedürfe es anderer Studien und Instrumente, als die des Qualifikationsrahmens. Insgesamt kann festgehalten werden, dass ein solcher Anforderungs-und Qualifikationsrahmen, auch künftig dort wenig Wirkung entfalten wird, wo das Personal qualitativ wie quantitativ gar nicht vorhanden ist, um auf acht Niveaus differenziert werden zu können. Auch stellt sich die Frage, ob eine solch hocharbeitsteilige Pflege im Sinne der Nutzerorientierung ist. Ebenso muss kritisch angemerkt werden, dass dem Qualifikationsrahmen und auch der Aufteilung von Handlungsfeldern und Kenntnissen nach Niveaus, Pflegetheorien aus dem angloamerikanischen Raum zugrunde liegen, die wenig bis keinen Aussagegehalt für die spezifische Pflege alter Menschen in Altenpflegeeinrichtungen und Diensten aufweisen.