Pflegezukunft kompetent gestalten

Es gibt Gründe genug, um mehr denn je auf die Pflege als einen gesellschaftlich wertvollen und unverzichtbaren Beruf mit vielen Zukunftsperspektiven aufmerksam zu machen. Die demografische Entwicklung in Deutschland geht für den Pflegemarkt mit besonderen Herausforderungen einher: Zum einen erreichen immer mehr Pflegekräfte aus den geburtenstärkeren Jahrgängen das ruhestandsfähige Alter oder steigen frühzeitig aus dem Beruf aus. In den nachfolgenden geburtenschwachen Jahrgängen stehen immer weniger junge Menschen für den Arbeitsmarkt zur Verfügung. Auf der anderen Seite steigt der Pflege- und Betreuungsbedarf in einer alternden Gesellschaft. Die Schere zwischen Angebot und Nachfrage an professionellen pflegerischen Dienstleistungen geht immer weiter auseinander. Die Konkurrenz um Pflegefachkräfte wird mit jedem Tag größer! Um die genannten Herausforderungen zu meistern, sind verschiedene Lösungsansätze denkbar. Die positiven Seiten des Pflegeberufs müssen noch besser kommuniziert werden, denn Pflege ist zweifellos ein in hohem Maße sinnstiften - der Beruf, in dem besonders engagierte Beschäftigte zu finden si nd. Während die Arbeit mit Menschen in vielerlei Hinsicht für Pflegende hoch attraktiv ist, sind die Bedingungen der pflegerischen Arbeit noch in mancherlei Punkten verbesserungsfähig. Neue Wege sind zu beschreiten, um noch mehr Nachwuchs für die Pflege zu gewinnen und Erwerbsfähige aus anderen Tätigkeitsfeldern für die professionelle Pflege zu begeistern und zu qualifizieren. Zugleich gilt es, die jetzigen Mitarbeiter in den Pflegeeinrichtungen möglichst lange und mit ungebrochener Arbeitsfreude im Beruf zu halten. Dafür bedarf es weiterer Maßnahmen zur Stärkung der Arbeitsfähigkeit und -motivation bis ins höhere Erwerbsalter. Vor allem die „weichen“ Faktoren der Arbeit spielen eine wichtige Rolle. Das tägliche Miteinander und eine hohe Wertschätzung, die Organisation der Arbeit und der Erhalt der Arbeitszufriedenheit, bergen noch so manche Potenziale, um Pflegende lange im Beruf zu halten und an Unternehmen zu binden. Der vorliegende Handlungskatalog, der im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) entwickelt wurde, soll vor allem kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) bei der Nutzung dieser Potenziale unterstützen. Aus der fast unüberschaubaren Fülle an wissenschaftlichen und praxisorientierten Modellprojekten, an Instrumenten und Checklisten, an Beispielen guter Praxis und Handlungsempfehlungen, wurde zu diesem Zweck eine beispielhafte Auswahl zusammengestellt und mit Experten aus Wissenschaft, Politik, Verbänden und Pflegeeinrichtungen diskutiert. Die aufgezeigten Wege geben Ihnen, sortiert nach den wichtigsten Handlungsfeldern, eine erste Orientierung und Hilfestellung. Egal ob als Leitungskraft oder Mitarbeiter, der Handlungskatalog bietet Ihnen Anregungen, gemeinsam praktische Lösungen zu entwickeln und umzusetzen.